iWork ’09 für lau?

Wer sich jemals eine Trial-Version von Apples iWork-Suite heruntergeladen und dabei die Trial-Zeit überschritten hat, kennt den darauf folgenden Dialog. iWork verlangt nach einer Lizenznummer, um den Kauf zu bestätigen. Hat man diese nicht, lässt sich die Software nicht weiter nutzen. Für die Nutzung einer als Vollversion gekauften Version galt bisher das gleiche. Bis jetzt…

Bei iWork ’09 hat Apple beschlossen, neue Wege zu beschreiten, wie MacRumors und AppleInsider heute berichteten. Zwar ändert sich an der “Aktivierung” einer iWork-Trial-Version nichts, bei der Installation einer “Retail”-Version wird der Benutzer degegen NICHT zur Eingabe der Produkt-Lizenznummer aufgefordert.

Neben dem Umstand, dass Apple behaupte, die Nutzbarkeit und Einfachheit der Software haben für sie höhere Priorität als die Bekämpfung von Software-Piraterie, geht AppleInsider hier spekulativ noch einen Schritt weiter. In der Vergangenheit hätte sich die Software-Piraterie über das Internet von Software-Herstellern missbrauchen lassen, um produzierte Programme schnell in Umlauf zu bringen. Der entstandene Umsatzausfall würde sich aber durch die Einführung der Programme bei zahlenden Nutzern, meist Unternehmen, wieder relativieren – welche die Software nur durch deren hohen Verbreitungsgrad überhaupt erst übernommen hätten. Ob Apple hierbei ähnliche Wege beschreitet lässt sich natürlich schwer sagen.

Was allerdings plausibel scheint, ist eine ähnliche Strategie, um den neuen Apple-Service iWork.com zu pushen. Hierbei handelt es sich um eine Art Online-Zusammenarbeits-Plattform für “iWorker”. Zudem wirbt dieser mit der Schlagzeile “Mac-freundlich, PC-freundlich, einfach nur freundlich”, was die ohnehin schon angepriesene Zusammenarbeit von iWork ’09 mit PCs und, unmittelbar damit verbunden, Microsoft Office anspricht. Zunächst ist dieser Dienst- wiederum zur schnellen Verbreitung – kostenlos, wird aber später in eine kostenpflichtige Version umgestaltet. Spekuliert man auf iWork.com als Träger im Massenmarkt, könnte eine rasche – und implizit illegale – Verbreitung von iWork09 nur auf den ersten Blick als umsatzschädigend angesehen werden. Alternativ ließe sich die Echtheit einer iWork-Software auch über diesen Online-Dienst überprüfen. Geht man noch weiter, so scheint auch lediglich ein zu bezahlender Online-Dienst ohne Gebühr für die Software an sich denkbar. Hierbei würde die “Stand-alone”-Nutzbarkeit der Software auf längere Sicht allerdings deutlich eingeschränkt werden müssen, um dieses Konzept gewinnbringend vermarkten zu können.

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